Thomas Goerge

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Wissenschaftler: Bei gewissen afrikanischen Häuptlingsbestattungen z.B. werden die aus dem Leichnam strömenden Sekrete in einem Lederbeutel oder Gefäß aufgefangen und als besonders „heilig“ getrennt bestattet.

Der Ziegenhirte und Maulbeerfeigenschlitzer lebt außerhalb der Gesellschaft und beschäftigt sich nur mit seinen Ziegen und Feigen. Mit dem Schlitzen der Feige schafft er wie ein Chirurg oder eine Hebamme Kultur. Bei vielen Kulthandlungen treten heilige Schlitzer mit Ritualgeräten wie einer Axt, einem Schwert, einer Lanze oder einem Pflug auf. Diese Geräte werden zu Produktionsmitteln, weil sie durch Teilung und Spaltung etwas Neues schaffen.

Bei den dionysischen Mysterien werden ein Bock und eine Feige mitgeführt.

Festspielhaus Afrika ++ 2009 ++ Festspielhaus Afrika ++ 2009 ++ Festspielhaus Afrika ++ 2009 ++Festspielhaus Afrika ++ 2009 ++ Festspielhaus Afrika ++ 2009 ++ Festspielhaus Afrika ++ 2009 ++

Aus der Tiefe/ sehr ernst: Ohne Verzug vollendet der Sohn die Befehle der Mutter, Geht zum Tempel in Eil' und erbaut die gebotnen Altäre, Führet dahin untadligen Leibs vier treffliche Stiere Und verstopft ihnen Nas und den Odem der Münder. Durch unblutige Haut ihr Inneres mürbe gestampfet Ließ er sie liegen am heiligen Orte. Drauf, sobald die neunte der Morgenröten emporstieg, Bringt er des Orpheus Totengeschenk und kehrt zu dem Haine. Der gärende Saft, im zarten Gebein sich erhitzend, siedet indes. Aber o sieh', urplötzlich ein staunenswürdiges Wunder Schauet man dort: wie rings im verfaulten Fleische der Rinder Bienen durchschwirren den Bauch und geborstenen Seiten entsummen,(22)

Wie die Larven der Gallwespen in der Feige, sitzen die Zuschauer im dunklen Theater. Das Theater als Feige, als Brutkasten für eine Wandlung.

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Der Mythos erzählt, dass zu Beginn aller Zeiten, ein Ei auf dem Ozean trieb. Dann bewegte sich langsam ein Schwert auf das Ei zu und das Schwert schnitt das Ei in zwei Hälften. Und siehe da, im Inneren des Eis steckte Eros.

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Hephaistos, der hinkende Gott des Feuers und der Schmiede, tritt als Geburtshelfer auf. Mit seiner Axt spaltet er den Kopf des Gottes Zeus, aus dem Athene in voller Rüstung entsteigt. Wie in einem Brutkasten wächst Dionysos im Oberschenkel des Göttervaters Zeus heran und wird mit einem „Kaiserschnitt“ geboren.

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Parsifal ++ Bayreuther Festspiele ++ 2004 – 2007 ++ Parsifal ++ Bayreuther Festspiele ++ 2004 – 2007 ++ Parsifal ++Bayreuther Festspiele ++ 2004 – 2007 ++ Parsifal ++Bayreuther Festspiele ++ 2004 – 2007 ++ Parsifal ++

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Das Öffnen des Vorhangs: Feigenritzung. Der Theaterschaffende, der Ziegenhirt, der die Feige schlitzt und den Kopf des Zuschauers öffnet.

Das Theater kann Ort einer Initiation werden, es ist eine Erfahrungsmaschine, die der Gesellschaft einen Riss zufügt, eine Wunde schlägt. Bild

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Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir ++ Ruhrtriennale ++ 2008 ++ Theatertreffen Berlin ++ 2009 ++ Holland Festival 2009 ++ Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir ++ Ruhrtriennale ++ 2008 ++ Theatertreffen Berlin ++ 2009 ++ Hol

Bei den rauschhaften Prozessionen zu Ehren des Dionysos wird der heilige Phallos aus Feigenholz mitgetragen. Der mit Orgien verbundene Umzug, der „komos“, gibt der Kömodie ihren Namen.

Bugonie die Spontangeburt aus dem Kadaver. Der gärende Saft, im zarten Gebein sich erhitzend, siedet, indes schaut dort wie rings im verfaulten Fleisch Bienen durchschwirren den Bauch und geborstenen Seiten entsummen.(23) Rede mit Pausen.

Tragos und komos sind bewegte Bilder und verkörpern das Wesen des orgiastischen Gottes Dionysos.

Um Kaprifikation begreifen zu können, ist eine Beschäftigung mit dem Bewegungsprinzip, eine Auseinandersetzung mit Raum, als Zeitbild nötig. Der innere Zustand der Figuren, die im Raum agieren, findet sich im Bild wieder. Räume werden zerschnitten und neu zusammengesetzt. Durch die Vernichtung entsteht neues Leben, zur Zeit wird nun der Raum.

Um ein dramatisches Werk zu verstehen, muss es seziert, immer wieder neu hinterfragt werden.

Das Theater ist ein Labor, eine Versuchsstation. In künstlerischer Freiheit wird experimentiert. Theater ist eine Symbiose – wie die Feige, die Wespe und der Ziegenhirt.

Zeige Deine Wunde!

Jedem Menschen seine Feige!

Jedem Menschen sein Theater!

Die Tötung des Dionysos wird symbolhaft durch das Zerreißen des Ziegenbockes gefeiert. Das ist der tragos, die Urform der griechischen Tragödie.

Aus diesem Gefäß kommt nach der Auffassung der Eingeborenen das die Seele des Toten verkörpernden Tier heraus, welches das Fortleben der Seelenkraft ihres Königs darstellt. Anmerkung 30 (Vgl. L. Frobenius: „Erythräa, Länder und Zeiten des heiligen Königsmordes“, Berlin 1931) (21)

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